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„Saget mir ieman, waz ist minne?
Weiz ich des ein teil, sô wist ichs gerne mê.
Der sich baz denn ich versinne,
der berihte mich durch waz si tuot sô wê.“
Walter von der Vogelweide
Sage mir jemand, was ist Minne? Weiß ich’s auch zum Teil, so wüsst‘ ich doch gern mehr. Der es besser weiß als ich, der berate mich:
Warum schmerzt sie so sehr?
Minnesang ist das Besingen einer Dame,
die man doch nie erreichen kann. Oft wurden die Sänger,
die in den meisten Fällen selbst Adlige oder Höflinge waren,
an den Hof geladen, wo sie die Burgherrin oder
die Tochter des Burgherrn durch ihre Lieder erhöhten.
Somit sind viele Minnelieder voller Trauer und unerfüllter Sehnsucht.
So steht es mit der hohen Minne. Doch auch die niedere Minne
hat ihren Reiz, wenn sie – mehr oder weniger – unterschwellig
meist auf humoristische Art davon berichtet wie der Ritter
seine Herrin doch bekam.
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